Ob mit Schlagzeug, Gitarre oder Clownsnase – Adrian Stadler ist ein Improspieler mit Herz, musikalischem Taktgefühl und einer Vorliebe fürs Unperfekte. Für Impro macht Schule bringt er nicht nur Jugendliche zum Lachen, sondern ermutigt sie, ihre Geschichten selbst zu erzählen – live auf der Bühne oder als selbstproduziertes Hörspiel. Warum Impro für ihn pure Lebensfreude ist, wie man mit Fehlern grandiose Momente erschafft und was Wrestling mit Teamarbeit zu tun hat, erzählt Adrian in seinem Interview.
Wer bist du und warum Impro?
Ich bin Adrian, ursprünglich aus München, wohne aber mittlerweile in Augsburg mit meiner Frau und unseren drei Kindern. Eigentlich habe ich Jazzschlagzeug studiert, aber während dieser Zeit auch meine Liebe zum Theaterspielen entdeckt. Als ich meine erste Improshow angeschaut hatte, wusste ich sofort: das will ich auch machen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Heute arbeite ich europaweit als Improschauspieler und Musiker bei der Bühnenpolka.
Auf der Bühne spiele ich nicht nur Theater, sondern auch Schlagzeug und Gitarre – sowohl im Impro-Kontext als auch in verschiedenen Bands. Außerdem habe ich ein Duo namens Sterne und Staubsauger, mit dem wir Improtheater speziell für Kinder spielen, und ich bin als Klinikclown unterwegs. Abseits der Bühne streame ich Dungeons & Dragons mit der Kamikaze Dungeon Show.
Am Improtheater liebe ich das gemeinsame Spielen, Entdecken und mutig sein im Ensemble. Man kann ohne viel Mittel eine fantastische Welt schaffen und dabei auch noch verdammt viel lachen.
Was bedeutet Impro für dich – persönlich und im Schulkontext?
Für mich ist Impro pure Freude: im Flow sein, mutig sein, Ideen freien Lauf lassen – und dabei jede Menge Spaß haben. Es macht mich richtig glücklich, wenn Geschichten spontan entstehen und alles möglich scheint.
Bei den Schüler*innen sehe ich oft die kleine Angst vor dem „Unperfekten“. Aber sobald sie merken, dass ihre Ideen ernstgenommen werden und dass eine Idee oder ein Gag funktioniert, freuen sie sich sehr – und Stolz macht sich breit. Genau solche Momente sind für mich Improtheater.
Was machst du bei Impro macht Schule – und wie erlebst du deine Arbeit?
Bei Impro macht Schule gebe ich klassische Improkurse, in denen die Schüler*innen spielerisch lernen, mutig zu sein, zuzuhören und spontan zu reagieren. Außerdem produziere ich mit Klassen Hörspiele – das macht den Jugendlichen besonders viel Spaß, weil sie ihre eigenen Geschichten selber schreiben, aufnehmen und mit Geräuschen und Musik gestalten.
Ein besonderes Highlight war ein Projekt in Zusammenarbeit mit einem Profi-Sportler, bei dem wir ein kleines Wrestling-Projekt als Kurzfilm umgesetzt haben. Das war nicht nur sportlich, sondern auch sehr lustig und hat die Klasse als Team enger zusammenrücken lassen. Egal welches Projekt ich mit den Klassen mache – überall stehen die Teilnehmenden im Vordergrund.
Impro ist für mich …
… sich voller Freude in die Ungewissheit zu werfen
Was lernen die Schüler*innen durch Impro – und was du selbst?
Impro heißt für mich, spontan zu reagieren, Neues auszuprobieren und mit Fehlern umzugehen – und dabei jede Menge Spaß zu haben. Man übt Sprechen vor Publikum, Körpersprache, Empathie und Präsentieren, während man lustige Ideen entwickelt, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Vor allem aber zeigt Impro, dass Scheitern dazugehört – und oft die besten Momente entstehen lässt.
Drei Worte, die deine Impro-Arbeit beschreiben:
Spontan, Musik/Rhythmus, schnell
Wenn Impro ein Schulfach wäre …
Wir brauchen an allen Schulen mehr davon!
Was inspiriert dich (außer Impro)?
Die Natur und jede Menge Musik hören und machen.