Was tun, wenn ein Elternteil mit der Sexualerziehung im schulischen Kontext unzufrieden ist – und du als junge Lehrkraft plötzlich mitten in einem herausfordernden Gespräch sitzt? Genau das trainieren angehende Biologie-Lehrkräfte der LMU München – mit uns, live und mit echten Emotionen.
Zwischen Wissenschaft und Wirklichkeit
Lehramtsstudierende erwerben nicht nur Fachwissen in ihrem Studium, sondern lernen in Seminaren der Fachdidaktiken auch, wie man Schüler*innen die Fachinhalte näher bringen kann. In Schulpraktika können sie ihr in der Universität gewonnenes Wissen und ihre didaktischen Fähigkeiten anwenden. Jedoch gehören noch mehr Aufgaben zu dem Beruf einer Lehrkraft – zum Beispiel die Klassenführung sowie das Führen von Elterngesprächen.
Was es heißt gute gewaltfreie Elterngespräche und besonders Konfliktgespräche zu führen, erleben Studierende der Biologiedidaktik aller Schularten bereits in ihrem Studium. In Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München konnten unsere Schauspieler*innen eine Vielzahl von diesen Konfliktgesprächen mit dem Schwerpunktthema „Sexualerziehung“ in der Rolle der besorgten Elternteile führen.
Unser Ziel: Angehende Lehrkräfte mit realistischen Gesprächssituationen zu konfrontieren – und ihnen dabei zu helfen, sicher, empathisch und souverän aufzutreten.
Impro trifft Realität: Unser Beitrag im Seminar

Unsere Schauspieler*innen Christina Schmiedel, Karin Ertl und Tom Taran kamen in das Seminar „Lehren und Lernen“ des Lehrstuhls für Didaktik der Biologie der LMU München sowie zum Unitag und brachten mit viel Fingerspitzengefühl, Erfahrung und Impro-Know-how eine besondere Dynamik ins Seminarzimmer: Ein fiktives Elterngespräch rund um das Thema Sexualerziehung wurde simuliert – intensiv, authentisch, auf Augenhöhe.
Die Rollen sind klar verteilt:
Unsere Schauspieler*innen übernahmen die Figur von „Dr. Gruber“, einer besorgten Mutter oder eines kritischen Vaters. Die Studierenden übernahmen ihre zukünftige Rolle: die der Lehrkraft.
In acht Minuten lief das Gespräch – so realistisch wie möglich. Danach folgte eine mehrstufige Reflexion: durch die Studierenden selbst, durch die Gruppe – und durch unseren Schauspiel-„Elternteil“. Was dabei entstand, war ein Raum zum Üben, Scheitern, Reflektieren – und Wachsen.

Warum das so wertvoll ist
Für uns ist diese Kooperation weit mehr als nur ein Projekt. Denn hier arbeiten wir mit Menschen, die morgen unsere Kinder unterrichten werden. Die noch vor dem ersten Schultag lernen, Konflikte nicht zu fürchten, sondern sie professionell zu lösen.
Unsere Erfahrung aus der Improvisation hilft dabei enorm: Sie zeigt, wie wichtig aktives Zuhören, situative Empathie und ein klares Mindset sind – und wie man trotz Stress im Moment bleibt und handlungsfähig bleibt.
Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung

Wenn Lehramtsstudierende schon vor ihrem Berufseinstieg erleben, wie sich ein echtes Elterngespräch anfühlen kann, ist das ein Gewinn – für sie selbst, für die Eltern und für die Schüler*innen von morgen.
Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit der LMU München – und über die Möglichkeit, unser Wissen und unsere Methode in diesem hochrelevanten Kontext einzubringen.
Denn genau das ist unser Ziel: Wir wollen nicht nur in Schulen wirken – sondern auch dort, wo Lehrkräfte sich entwickeln und lernen.
